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Reise 1999 China- Silkroad u. Wüste Gobi mit Motorrad
Auf den Spuren der Gobi- Expedition 1908 von Prof. Peter Koslow!



Teil 1 - Planungsphase:
Jede Reise beginnt mal mit einer Idee. Ihr werdet Euch fragen, wie kam ich auf die Idee, eine Motorradreise in sehr abgelegene Gegenden nach China und Nordtibet zu machen? Das möchte ich Euch erzählen!
Vor einigen Jahren habe ich München einen Chinesen kennen gelernt, der gut Deutsch sprach. Im Laufe eines Gesprächs erfuhr ich von ihm, das er beim chinesischen staatlichen Reisebüro, CITS arbeitet und er könnte für mich Reisen in China organisieren. Ich habe daraufhin 2 Reisen mit ihm durch China und Tibet organisiert, die bestens funktioniert haben. Der entscheidende Vorteil gegenüber einem deutschen Reisebüro war, das ich mit ihm meine Strecken in China selbst planen konnte und wir daher nicht auf vorgeplanten Touristenstrecken unterwegs waren.
Ich habe dann mehrere berufliche Projekte in Indien abgewickelt und mit meinem Motorrad Indien, Nepal, Sikkim und die 1. Tour 1996 zum Base Camp Mt. Everest nach Tibet bereist. Ich war noch immer mit Mr. Wang, meinem chinesischen Bekannten, in Fax-Verbindung. Er fragte mich, warum ich mit ihm keine Reisen in China mehr organisiere? Meine Antwort war, ich habe jetzt Touren mit meinem Motorrad in Indien, Nepal und Tibet gefahren. Ich teilte ihm auch mit, dass ich gerne mit dem Motorrad auch durch China fahren würde, aber der organisatorische- und zolltechnische- und finanzielle Aufwand, Motorräder nach China zu transportieren, sei mir zu hoch.
Nach einiger Zeit erhielt ich von ihm eine Antwort, aus der ich nicht schlau wurde: er schrieb mir, das er für mich „Rennmotorräder" in China auftreiben könne? Nachdem er mir per Fax nicht beschreiben konnte, was das für Motorräder sind, bat ich ihm, er möge mir doch Fotos von diesen Motorrädern schicken.
Nach ca. 2 Wochen kam ein Brief mit einem Motorradfoto, das mich sehr erfreute: seine sogenannten „ Rennmotorräder" waren waschechte Yamaha- Enduros, 250 cc mit richtigen Stollenreifen! Er könnte diese 10 Motorräder bei seinem örtlichen Motorrad Club in Lanzhou mieten. Diese Motorräder hat eine japanische Gruppe nach einer Seidenstraßen Tour nicht mehr nach Japan zurück transportiert und dem Club geschenkt. Damit stand einer organisierten Motorradtour durch China nichts mehr im Wege!
Als meine Freunde von meinen Chinaplänen erfuhren, war in kurzer Zeit eine Gruppe von 7 Motorradfahrern und 3 Begleitpersonen zusammen gestellt.
Mit Hilfe meines chinesischen Bekannten, begannen wir eine interessante Strecke zusammen zu stellen. Ich holte alle meine Chinabücher hervor und fand interessante Plätze entlang der Seidenstraße, Nordtibet und in der Wüste Gobi. Mein Chinese wunderte sich, wo ich alle diese Informationen fand. Er kannte sie selbst nicht und musste bei anderen örtlichen Touristenstellen Informationen einholen. Er war aber sehr hilfsbereit, nur sah er große Genehmigungsprobleme voraus, da diese Strecken, die ich fahren wollte, abseits von den Behörden frei gegebenen Touristenstrecken lagen. Er musste dafür erst Genehmigung bei der Verkehrspolizei und bei der Touristenbehörde einholen.
Das größte Problem bereitete ihm aber mein Wunsch, in die Wüste Gobi zu der geheimnisvollen Wüstenstadt nach Khara Khoto zu fahren. Er wusste nicht, wo diese antike Wüstenstadt liegen soll.

Dazu eine kleine Vorgeschichte: 1990 entdeckte die Museumskuratorin Frau Francesca von Habsburg bei ihrem Aufenthalt in der Staatlichen Eremitage in Petersburg in den riesigen Lagergewölben die eingelagerten Schätze von Prof. Peter Koslow, der 1908 bei einer Expedition in der Wüste Gobi, die verschollen Stadt Khara Khoto entdeckte. Die Wüstenstadt wurde von den Horden Dschingis Khans 1227 erobert und zerstört.



Die damaligen buddhistischen Mönche versteckten ihre Schätze in den Stupas:


Das entdeckte Prof. Koslow und nahm vieles mit, was seine Kamele tragen konnten und lagerte sie in den Kellergewölben der Eremitage in St. Petersburg ein, wo sie in Vergessenheit gerieten. Er war dann nochmal 1923 in Khara Khoto und fand die Ruinenstadt kaum mehr. Sie war in der Zwischenzeit fast vollständig vom Wüstensand der Gobi zu geweht. Frau von Habsburg gelang es, dank Glasnost diese einmaligen buddhistischen Schätze zu einer Ausstellung 1993 nach Berlin und Wien zu bringen. Ich war in der Ausstellung in Berlin und entdeckte in dem Ausstellungskatalog die Koordinaten von Khara Khoto (N 41/45/40 E 10/15/14), die Prof. Koslow 1908 ermittelt hatte.

Und genau da wollte ich hin fahren!



Ich übertrug die Koordinaten in eine China- Landkarte und schickte sie zu meinem Mr. Wang nach Lanzhou. Der schickte eine Anfrage an seinen CITS (China International Travel Services)- Kollegen, den er persönlich kannte, nach Ejin Qi. Kharo Khoto liegt nur wenige Kilometer von diesem Ort entfernt in der Gobi. Die Orte liegen im militärischen Sperrgebiet nahe der mongolischen Grenze. Mr. Wang machte mir wenig Hoffnung, dass wir für unsere Motorradgruppe eine Militärgenehmigung in dieses Sperrgebiet erhalten würden. Nach einigen Wochen kam dann sehr zu meiner Freude dann die Nachricht, dass Mr. Wang`s Kollege in Ejin Qi dank etlicher Flaschen Wodka eine Genehmigung vom örtlichen Militärkommandanten für unsere Gruppe erhalten hatte!
Da ist mir wiedermal etwas fast Unmögliches gelungen:
Eine Motorrad Tour durch die Wüste Gobi: Möge die Tour gelingen!



Gruppen Visum erhielten wir beim chinesischen Konsulat in München, das ich gleich per Fax nach Lanzhou zur Genehmigung durch die örtlichen Behörden sendete. Nach der Genehmigung waren die Flüge über Kopenhagen- Peking- Lanzhou schnell gebucht.
Nach unserer Ankunft in Lanzhou mussten wir dann noch chinesische Führerscheine machen.
Wie das funktioniert hat und den Reisebericht mit Fotos der Tour erfährt Ihr im Teil 2.

Teil 2 - Die Anreise:

Fr. 9.04.: Abflug mit KLM von München über Kopenhagen nach Peking.

Sa. 10.04.: Ankunft um 7:40 in Peking. Reibungslose Einreise- Herr Wang holt uns am Flughafen ab. Dann fuhren wir in die Innenstadt in ein sauberes 4- SterneHotel. Nach dem 12 Stunden Flug erst mal ein paar Stunden schlafen. Wir wurden dann zu unserem 1. chinesischen Mittagessen abgeholt, mit etwas ungewohnter Fingergymnastik, da wir ja das Essen mit Stäbchen erst üben mussten. Auf Grund meiner früheren Chinareisen habe ich mir heimlich Löffel und Gabel in die Hosentasche gesteckt, was mir dann prompt einige spöttische Bemerkungen eingebracht hat. Zwangsläufig erhielt ich dann von meinen Mitreisenden Besteckverbot, da ich viel schneller satt war, während meine Kollegen noch mit den Stäbchen versuchten einzelne Reiskörner aufzuspießen! Am Nachmittag war dann der Besuch des Kaiserpalastes auf dem Programm. Eine gewaltige und sehenswerte Anlage, aber voll von Touristen. Abends sind wir dann todmüde ins Bett gefallen.



So. 11.04.: Vormittag Besichtigung des Pagodenparks. Als wir dann am See die Tretboote sahen, fragten wir Herr Wang, ob das die echten Pekingenten sind, was er lächelnd bestätigte!



Wer Lust hatte, konnte dann noch Spatzen am Spieß kosten:



Am Nachmittag dann der Abflug nach Lanzhou. Nach einer 80 km langen Anfahrt vom Flughafen waren wir dann in unserem Hotel.

Mo. 12.04.: Zwei Mitglieder des örtlichen Motorradclubs kamen dann mit 2 Motorrädern zum Hotel. Nach der Besichtigung waren wir sehr mit den Maschinen zufrieden. Wir fuhren dann im Bus zur Verkehrspolizei, wo wir erst mal einen Gesundheitstest über uns ergehen lassen mussten: Sehtest, Blutdruck messen, Gehörtest und anschließend theoretischer Verkehrsunterricht, persönlich abgehalten von der freundlichen Polizeichefin, mit 3 Streifen  auf der Uniform. Herr Wang übersetzte auf Deutsch. Die anschließende Theorieprüfung bestand darin, das uns ein paar Verkehrszeichen vorgehalten wurden, die wir richtig erkennen mussten: Ein Dreieck, ein Schild mit einer Lokomotive, 2 Fußgänger auf einem Zebrastreifen usw...... für uns nichts Unbekanntes. Unsere Theorieprüfung war dann in einer halben Stunde zur Zufriedenheit der Polizeichefin positiv abgeschlossen. Anschließend wurden wir mit dem Bus zu einem abgesperrten Polizeigelände gefahren, wo die praktische Prüfung stattfinden sollte. Vorsorglich hatten wir alle unsere Motorradjacken und Helme aus dem Hotel mitgenommen.


In China ist Helmpflicht, auch für die Polizei:


Die praktische Prüfung wird von der Polizei vom Soziussitz abgenommen:


Und feierliche Aushändigung des Lappens unter strenger Aufsicht der Polizeichefin:




In der Zwischenzeit sind alle unsere Motorräder beim Hotel eingetroffen. Bei der Übernahme haben wir dann zu lockere Lenkkopflager festgestellt. Die mussten dann erst vom Mechaniker fester gezogen werden.



Die. 13.04.: Heute geht es auf Tour. Zuerst mal alle zum Tanken. Dann im Konvoi, voraus unser Minibus und hinter uns als Besenwagen der Klein-LKW mit einem Ersatzmotorrad, einigen Benzinfässern und dem Mechaniker, raus aus der Millionenstadt Richtung Süden in die Berge Richtung Tibet. Unser heutiges Ziel war das größte buddhistische Kloster Labrang. 130 km durch anfängliche schöne Löß- Terrassenlandschaft bis auf 3000 m Höhe.





Nachdem unsere Chinesen gemerkt haben, das wir Motorradfahren können, durften wir schneller voraus fahren. An Straßenkreuzungen haben wir dann wieder auf unsere Begleitfahrzeuge gewartet.



Nach 160 km erreichten wir das Kloster Labrang:









Wir besichtigen das Kloster, in dem rund 3000- 4000 Mönche leben sollen. Wir waren sehr erstaunt über die Größe des Klosters. Es scheint nicht richtig zu sein, dass die Roten Garden alle buddhistischen Klöster in den 50iger Jahren zerstört haben. Dies ist vorwiegend in Tibet passiert, weil die dort die Macht des Dalei Lamas gebrochen haben. Unsere politischen Fragen über Tibet an unseren Hr. Wang hatte er nur ausweichend beantwortet. Ein politischer „Aufpasser" als Begleiter, wie es heute in Tibet üblich ist, blieb uns erspart. Übernachtung im nahen Klosterhotel.



Mi. 14.04.: Nach einer kalten Nacht im Klosterhotel, Temperatur sank unter 0 Grad, fuhren wir zurück bis Linxia und auf ziemlicher staubiger Piste durch eine wunderschöne Terrassenlandschaft und in steilen Serpentinen 1000 Höhenmeter hinunter zum Gelben Fluß.




Mit einer Fähre setzten wir zum nördlichen Ufer über und erreichten nach 10 km unser Hotel an eine Kraftwerk am großen Stausee.

Do. 15.04.: Heute wollen wir zu den Binglings Grotten. Das sind über 100 buddhistische Grotten und Höhlen aus dem 3- 5.Jh. n. Ch. Die größte Höhlenstatue mißt über 30 m. Sie ist damit die größte Statue, seit die Taliban die 55 m hohe Statue in Bamijan/ Afghanistan gesprengt haben. Seit dem Bau des großen Staudammes am Gelben Fluß sind die ca. 30 km entfernten Grotten nur mit einem Motorboot zu erreichen. Die Grotten liegen in einer wunderschönen Schluchtenlandschaft.





Am Nachmittag fuhren wir dann noch weitere 200 km bis Xining. Die Strecke war ziemlich staubig und die Landschaft grau, da es auf dieser Strecke viel Industrie gab und außerdem ein weiteres Kraftwerk gebaut wurde. Wir übernachteten im schönen Quing Hai Hotel und abends ging es dann noch in die Hotel Disco.

Fr. 16.04.: Wir besuchten das alte buddhistische Kloster Kum Bum und schlenderten Nachmittag durch den Basar. Da meine Dia- Filme knapp werden, suchte ich vergebens, nur Negativfilme waren zu finden. Aber dafür fand ich andere interessante Dinge:




Sa. 17.04.: Nach einer 2. Nacht in Xining soll es heute nach Tibet gehen. Nach 90 km haben wir eine Höhe von 3400 m und die Tibetgrenze erreicht.



Unsere Papiere wurden kontrolliert. Auch Chinesen dürfen nur mit einer speziellen Genehmigung nach Tibet einreisen. Kaum hatten wir die Tibetgrenze passiert, begann es zu Schneien. Es herrschte ein kräftiger Gegenwind, sodaß wir nur mehr mit 60 km/h vorwärst kamen. Im Nuh war alles weiß, wie im Winter.



Naß und durchgefroren, machten wir bei einem Rasthaus beim Qunghai Lake einen Stop, um uns aufzuwärmen. Nach einigen Kilometer mussten wir über einen 3817 m hohen Paß. Da die Vergaser nicht auf diese Höhe eingestellt waren, waren wir froh überhaupt diese Höhe zu schaffen. Unser Mechaniker hatte Mühe und versuchte sein Bestens, die Motorräder am Laufen zu halten. Nach weitern 80 km erreichten wir endlich vollkommen erschöpft unser Hotel in Caka. Wir bekamen ausreichen Thermoskannen mit heißem Wasser, um uns wieder aufzutauen.

So. 18.04.: Das Wetter ist wieder schön geworden, auch eine schöne Landschaft mit Bergen, die dann in Sanddünen über gingen.



Wir sind früh gestartet, da wir heute 500 km bis Golmud fahren wollen. Auf der Strecke haben wir 2 Pässe mit 4000 m Höhe zu überwinden. Damit wir halbwegs über diese Höhe kommen, haben wir die Luftfilter ausgebaut. Auch eine 2. Reifenpanne zwang uns zu einer kleinen Pause. Bis der Mechaniker den Platten repariert hat, sind wir ein wenig ins Gelände gefahren. Ein kleiner Salzsee lag neben der Strasse, als wir dann darauf fuhren, merkten wir das es Eis war. Der Boden ist so kalt, das trotz Sonnenschein das Eis nicht geschmolzen war.



Auch einen kleinen Ritt auf einem Kamel konnte ich mir nicht verkneifen.



Mo.19.04.: In Golmud stießen wir auf die einzige Nord- Süd- Transitstrasse nach Lhasa. Auf dieser Strecke wurde vor einigen Jahren auch die Eisenbahnlinie nach Lhasa gebaut. Wir hatten vor, vom Quinghai Lake weiter nördlich direkt nach Aksay zu fahren, die Strecke wäre schöner in den Bergen verlaufen und 150 km kürzer gewesen. Aber diese Strecke hat man uns nicht genehmigt. Hr. Wang sagte uns, das auf der Strecke einige Gefangenenlager liegen sollen und die sollten wir nicht sehen. Von Golmud haben wir heute bis Aksay 460 km zu bewältigen. Anfangs viele Baustellen. Aber je näher wir nach Aksay kamen, umso schöner wurde die Wüstenlandschaft und das in 3500 m Höhe. Das größte Hindernis vor Aksay war ein Pass, 4120 m hoch! Unsere schwachen Motoren schafften es wirklich nur mehr im Schritttempo. In Aksay waren wir in einem nagelneuen Hotel die einzigen Gäste.



Warum die Chinesen in dieser verlassenen Gegend so ein großes Hotel bauen, kann nur mit der Nord- Süd- Transversale nach Lhasa zusammen hängen. Angeblich soll auf dieser Strecke eine Autobahn nach Lhasa in Planung sein!
Die. 20.04.: Von Aksay nach Dunhuang sind es nur 80 km. Aber uns erwartet heute und morgen ganz besondere Sehenswürdigkeiten. Schon die Fahrt nach Dunhuang kündigt uns die nahe Wüste mit hohen Dünen an. Westlich von uns liegt die Takla Makan- Wüste und Östlich beginnt die Wüste Gobi.



Wir treffen hier wieder auf eine große Zahl von Touristen, da diese Gegend zu den Top- Sehenswürdigkeiten von China gehören. Wir checken im Hotel ein und fahren anschließend nur wenige Kilometer an den Ortsrand zu den hohen Dünenfelder. Riese Dünenberge türmen sich vor uns auf, mehrer Hundert Meter hoch. Mitte in diesen riesigen Dünen liegt der berühmte Mondsichelsee mit einem kleinen Kloster.





Den Weg durch den weichen Sand haben wir am Rücken von Kamelen gemacht:


Anschließend erklommen wir die großen Dünen beim Mondsichelsee. Ein grandioser Blick in das Dünenmeer und dann warten wir noch bis zum Sonnenuntergang. Abends im Hotel besuchten wir noch eine sehr touristische Folklore Show mit Tänzen und Trachten dieser Gegend. Ein schöner Ausklang eines wunderbaren Tages.

Mi. 21.04.: Heute fahren wir mit dem Bus 25 km zu einen der größten Sehenswürdigkeiten Chinas und der buddhistischen Welt: zu den Magao- Höhlen!



Ich zitiere mal einen Reiseführer: „Die Mogao-Grotten, auch Tausend-Buddha-Höhlen genannt, sind buddhistische Höhlentempel, 25 km südöstlich von Dunhuang gelegen. Die Mogao-Grotten sind die größten besterhaltenen, ältesten und inhaltsreichsten Relikte des Buddhismus in der Welt.
Sie wurden ab Mitte des 5. Jahrhunderts auf einer Länge von 1600 Metern in die Sandsteinfelsen geschlagen mit buddhistischen Motiven (Buddha-Statuen, Skulpturen und Wandmalereien) verziert. In rund 1000 Jahren entstanden mehr als 600 Grotten. In 469 Grotten sind noch heute Wandmalereien oder Skulpturen zu sehen, mit dekorativen Steinbildhauereien, Holzschnitzereien, Malereien, Wandmalereien und Plastiken. Heilige Texte und Inschriften, Geschenke der Gläubigen, die Werke zahlloser unbekannter Künstler machten diesen Ort zu einer wahren kulturellen Schatzkammer. Diese meisterhaften Werke vermitteln ein unvergleichliches Bild vom Leben des Volkes und geben Aufschluss über den Lebensstandard der verschiedenen Bevölkerungsschichten.
Faszinierende Wandmalereien bedecken die Höhlenwände und Gewölbe. Skulpturen in Schreinen, Nischen und Korridoren, die zu den Grotten führen, wirken äußerst lebensecht und würdevoll."

Die Höhlen waren mehr als 1000 Jahre vom Wüstensand zugeweht und wurden erst vor ca. 50 Jahren von einem Mönch durch Zufall wieder entdeckt und kontinuierlich ausgegraben. Das erklärt auch den zum Teil sensationellen Erhaltungszustand. Alle Höhlen sind heute verschlossen und klimatisiert. Nur eine kleine Anzahl der Höhlen werden zeitweise geöffnet und sind nur mit Führern zugänglich. Aber die Höhlen, die man ansehen kann, sind sensationell schön! China hat so viele sensationelle antike Sehenswürdigkeiten zu bieten, aber für mich sind die Top 4: die Terrakotta Armee in X`ian, die Große Mauer, die Magao Höhlen von Dunhuang und der Kaiserpalast in Beijing. Wer die Magao- Höhlen nicht gesehen, hat die größte Sehenswürdigkeit der Seidenstrasse nicht gesehen. Allein diese Höhlen zu sehen, waren der Aufwand und die Strapazen dieser Reise wert.
In den Höhlen war Fotografieren mit Blitzlicht verboten, daher waren nur sehr dunkle Bilder möglich:






Zum Abschluß von 2 wundervollen Tagen in Dunhuang gab es am Abend leckeres Essen im Basar:




Do. 22.04.: Wir starten zu unserem letzten Abschnitt der Tour. Eine lange Etappe von 430 km bis Jiayuguan. Entlang der Strecken passierten wir immer öfter alte Wachtürme aus Lehm. Die ersten Anzeichen der Großen Mauer, die hier ihren Beginn hat. Bekanntlich ist sie über 8000 km lang. Wir erreichten dann die Große Mauer bei Jiayugan, eine gewaltige Festungszeit, die angeblich seit dem mittelalterlichem Mauerbau nie erobert wurde.
Ein paar Kilometer weiter bei Jiuquan bezogen wir unser Hotel. Am späteren Nachmittag besuchten wir noch den nahen Flugplatz, der auch das Segelflug Ausbildungsgelände der chin. Luftwaffe ist. Hier könnten auch Touristen Segelfliegen. Der Gesamteindruck war aber nicht gut, ziemlich verwahrlost und sehr altes Fluggerät. Mit unserem Standard nicht vergleichbar.



Fr. 23.04.: Wir starten heute 400 km nach Norden Richtung mongolischer Grenze. Die ersten 200 km noch Asphalt, dann 200 km ziemlich staubige Piste. Die Gobi war hier eine Steinwüste, nur in der Ferne sahen wir hohe Dünenfelder.



Die Militärkontrolle am Ortseingang von Ejin Qi verlief, dank unserer Genehmigung schnell und problemlos. Wir wurden herzlich von Hr. Wangs Kollegen begrüßt, der uns Morgen nach Khara Khoto begleiten wird.

Sa. 24.04.: Die heutige Fahrt nach Khara Khoto muß wegen Sandsturm ausfallen. Der bließ seit der Nacht so heftig, das auch die ganze Hotelhalle voll Sand war. Wir verbrachten den Tag daher mit Schlafen oder Karten spielen. Abends liß der Sturm dann nach, so daß wir in ein nahes einfaches Restaurant fahren konnten. Dort begrüßte uns auch der Militärkommandant freundlich. Er erzählte uns, daß er gerne mehr Touristen in dem einsamen Ort begrüßen würde, aber er hat die Vorschriften seines Ministeriums zu beachten. Nur durch den persönlichen Kontakt zwischen dem örtlichen Touristenleiter und Hr. Wang konnte er ausnahmsweise eine Genehmigung für unsere Gruppe ausstellen. Wie viele Flaschen Wodka er dafür erhielt, wurde nicht erwähnt. Wenn sich der Sturm bis Morgen gelegt hat, wird er uns persönlich mit dem örtlichen Touristmanager im Militärjeep nach Khara Khoto begleiten. Zum anschließenden Abendessen gab es dann natürlich auch chin. Schnaps ( ein widerlich riechendes scharfes Gesöff! ) und es wurde kräftig mit dem blöden " Kampee" (das heißt, der Schnaps muß ex runter gekippt werden) angestoßen. Die saufen ganz schön hier, klar,Russland liegt ja nicht weit weg! Uns blieb nichts anderes über, als aus Höflichkeit mit zu saufen.

So. 25.04.: Tatsächlich hatte der Sturm nachgelassen und wir starteten mit dem uns begleiteten Militärjeep russischer Bauart zur 80 km entfernte Wüstenstadt Khara Khoto. Unser Bus und der Lkw blieb beim Hotel, da wir eine sehr sandige Strecke vor uns zu bewältigen hatten. Durch den Sandsturm waren keine Spuren zu sehen. Es ging durch mehrere trockene Flußläufe und wir hielten bei einem Geisterwald mit abgestorbenen Bäumen.




An den Bäumen und den alten Flußläufen konnten wir erkennen, das es vor mehrern hunderten Jahren Flüße und Seen hier gegeben haben mußte.
Dann tauchten am Horizont hinter Sanddünen die Stupas und die Reste der langen Befestigungsmauern auf. Die Stupas sind vermutlich vor einiger Zeit restauriert worden.







Man konnte die Reste der gesamten Anlage trotz meterhohen Sanddünen gut erkennen. Die gesamte Stadtanlage hatte ungefähr eine Ausdehnung von einem Quadratkilometer und war vollständig mit hohen Lehm- Festungsmauer umgeben. Sie machte auf uns auch wegen des bedeckten Himmels einen beeindruckenden und gespenstischen Eindruck. Nach ausgiebiger Besichtigung machten wir uns wieder auf die schwierige Rückfahrt.



Wir kamen nur langsam durch teilweisen Tiefsand und über Dünen voran, da unsrer Motorräder einfach zu schwach waren. Am Nachmittag besuchten wir das kleine Stadtmuseeum. Es waren aber nicht viele Ausgrabungen von Khara Khoto zu sehen. Bekanntlich haben da die Russen vor über 100 Jahren hier ausgiebig geplündert und alles nach St. Petersburg gebracht.

Mo. 26.04.: Rückfahrt nach Jiuquan. Wetter war wieder schön aber kalt.
Die. 27.04.: Von Jiquan 220 km bis Zhangye. Nachmittag besichtigten wir in einem Tempel den dort berühmten liegenden Buddha. Sehr sehenswert. Wie so in den meisten Tempeln, war auch hier fotografieren verboten. Dafür konnte man außen schöne Malereien bewundern.




Unser Mechaniker nahm in der Zwischenzeit Kontakt mit dem örtlichen Motorradclub auf. Wir hatten bei einer Maschine einen Kupplungsschaden und kein Ersatzteil. Unsere Reservemaschine hatte schon vor einigen Tagen den Geist aufgegeben. Die Clubmitglieder waren so hilfsbereit, das sie von einer eigenen Maschine das notwendige Ersatzteil ausbauten und an unsere gleich wieder einbauten. Sie wollten sich diese Arbeit nicht bezahlen lassen. Dafür bekamen sie von mir ein Motorrad T-shirt. Als Gegenzug erhielt ich Ihre Clubfahne als Geschenk. Die hängt jetzt als Erinnerung an diese Reise in meiner Motorradwerkstatt.



Mi.28.04.: Von Zhangye bis Wuwei sind es heute 280 km. Wir fahren meist entlang der Großen Mauer, die hier fast vollständig erhalten ist. Unterbrochen nur von den Straßen, die hier zur Zeit neu gebaut werden. Daher hatten wir eine 80 km lange Baustelle.
Do. 29.04.: Weiwei- Lanzhou 270 km. Wir durften uns niergend mehr aufhalten, da wir einen Tag hinter unserem Zeitplan waren und Morgen Mittag der Rückflug nach Peking ist. Nach Ankunft großen Empfang vor dem Hotel in Lanzhou. CITS hat Polizei und Presse für unsren Empfang eingeladen. Sicher auch in Sachen Eigenwerbung. Anschließen fuhren wir noch zum Motorradclub, um unsere Maschinen abzugeben. Das abschließende Gruppenfoto am Ende dieser tollen erlebnisreichen Tour entlang der Seidenstraße war natürlich Pflicht!





Fr. 30.04.: Um 10:00 Uhr Abfahrt vom Hotel zum Flughafen.
Sa. 1.04.: In Peking Ausflug zur Großen Mauer und den Ming Gräbern.
So. 2.04.: Rückflug nach Deutschland. Eine sehr beeindruckende Motorradreise geht zu Ende. Wir sind gesamt 4200 km auf den Motorrädern gefahren, davon 700 Schotterstrecken und Wüste.
Nachdem ich jetzt weiß, dass ich über meinen Bekannten Motorräder in China mieten kann, werde ich sicher noch eine 2. Tour organisieren!
Wie heißt das Sprichwort: „ Man soll das Eisen schmieden, solange es heiß ist!" China ist hoch interessant, aber schwierig, die Reisen zu planen, wenn man außerhalb der Touristenstrecken fahren möchte. Individualreisen sind in China kaum möglich, daher habe ich über meinen Bekannten in Lanzhou eine Möglichkeit gefunden, nach eigenen Wünschen zu reisen. Damit die Kosten im Rahmen bleiben, muss ich zumindest Gleichgesinnte für eine Gruppenreise finden!
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